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Bad Statistic of the Month

Berlin psychologist Gerd Gigerenzer, economist Thomas Bauer from Bochum, and statistician Walter Krämer from Dortmund began publicizing the “Bad Statistic of the Month” (“Unstatistik des Monats”) in 2012. Every month they question recently published statistics and their interpretations. Their underlying aim is to help the public deal with data and facts more rationally, interpret numerical representations of reality correctly, and describe an increasingly complex world more adequately. Further information on the background to this initiative can be found at www.unstatistik.de.

The Unstatistik des Monats/Bad Statistic of the Month is available in German only.

Die Unstatistik des Monats Dezember ist die Aussage der Singlebörse „Parship“, alle 11 Minuten fände sich auf Ihrer Vermittlungsplattform ein neues Paar. Ist also dort besonders gut aufgehoben, wer einen Partner fürs Leben sucht? Nein, denn mit etwas Wahrscheinlichkeitsrechnung entpuppt sich diese Aussage als Anti-Werbung.
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© Grey59 / pixelio.de
Die Unstatistik des Monats November ist die in verschiedenen Medien verbreitete Meldung, Kaffeetrinken befördere ein langes Leben. So titelte beispielsweise das Hamburger Abendblatt am 18. November „Kaffee soll das Leben verlängern“. Auch die Augsburger Allgemeine berichtete am 19. November: „Kaffee verlängert das Leben“. Das klingt gut in den Ohren leidenschaftlicher Kaffeetrinker.
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© Tim Reckmann / pixelio.de
Die Unstatistik des Monats Oktober ist die Zahl 18. Die Weltgesundheitsorganisation WHO warnt, dass pro 50 g täglichen Konsums von verarbeitetem Fleisch (wie etwa Wurst) sich das Darmkrebsrisiko um 18% erhöht. Wurst wird damit in die gleiche Kategorie der krebserregenden Stoffe wie Asbest oder Zigaretten eingestuft. Diese Meldung führte in Deutschland zu einer wahren Wursthysterie. Es gibt wohl keine Zeitung und keinen Radio- oder Fernsehsender, die nicht über dieses Ergebnis berichtet hätten. So warnte die Bild-Zeitung am 27. Oktober „Wurst und Schinken als krebserregend eingestuft!“ und die „Zeit“ fragte am 26. Oktober „Rauchen kann töten, Wurst essen auch?“.
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© Klaus Steves / pixelio.de
Die Unstatistik des Monats September sind die vermeintlich positiven oder negativen Beschäftigungseffekte des Mindestlohns. Während beispielsweise das „Handelsblatt“ am 15. September schrieb „Die Horrorstorys haben sich nicht bewahrheitet“ und „Bild“ am 16. September titelte „Mehr Geld für 3,7 Mio. Arbeitnehmer!“, berichtete der „Focus“ am 15. September „120.000 Mini-Jobs weg - Gewerkschaft und Arbeitgeber streiten über Mindestlohn“.
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© Uwe Schlick / pixelio.de
Die Unstatistik des Monats August ist die Berichterstattung über die Markteinführung des Medikaments „Flibanserin“ in den USA. So berichtete zum Beispiel Focus online am 19. August: „Erste Lustpille für Frauen kommt auf den Markt“; der Tagesspiegel veröffentlichte einen Tag später den Artikel „Mehr Lust auf Lust“.
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© Superstock / Universal Images Group
„Vegetarier und Veganer sind die besseren Menschen, denn sie haben weniger Vorurteile und widersetzen sich eher autoritären Strukturen.“ So oder ähnlich kommentierten viele Medien – wie zum Beispiel die Allgemeine Zeitung oder die NWZ Online – eine am 24. Juli publizierte Studie der Universitäten Mainz und Wuppertal. Mehr oder weniger deutlich wird dabei formuliert, dass die vegetarische Lebensweise ein bestimmtes soziales Verhalten fördere oder sogar die Ursache dafür sei.
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Die Unstatistik des Monats Juni ist eine Werbekampagne der Supermarktkette Lidl für die von Lidl vertriebene Cola mit der Botschaft „Deutschland kommt auf den Geschmack! 80% finden Freeway Cola schmeckt wie eine Markencola.“ In einer Fußnote zum Werbeplakat ist außerdem zu lesen: „Cola Geschmackstest 2015: Bei einem Blindtest mit 510 Teilnehmern, denken 8 von 10 derjenigen, die Freeway als ihre Favoriten wählen, Coca Cola oder Pepsi Cola getrunken zu haben“ [Komma-Fehler sind vom Werbeplakat übernommen]. Diese Botschaft ist zwar korrekt, in der Darstellung jedoch irreführend.
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Die Unstatistik des Monats Mai ist ein Produkt der OECD: Laut einer am 21. Mai publizierten Studie verdienen die obersten 10 Prozent der deutschen Erwerbstätigen 6,6-mal so viel wie die untersten 10 Prozent. Die Einkommensunterschiede in Deutschland seien größer als in vielen anderen Industrienationen. Es folgten die üblichen Klagen der Gewerkschaften und von Teilen der Presse über eine vergleichsweise große Ungerechtigkeit am deutschen Arbeitsmarkt. So titelte zum Beispiel die Frankfurter Rundschau am 21. Mai „So ungleich ist Deutschland“.
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Die Unstatistik des Monats April 2015 sind die zahlreichen Meldungen in regionalen Medien zur Entwicklung der Verkehrstoten im Jahr 2014. So meldete die BZ Berlin am 29. April unter Hinweis auf den Verkehrssicherheitsreport der DEKRA: „Die Berliner werden im Straßenverkehr immer aggressiver. Die Folge: 40  Prozent mehr Verkehrstote in Berlin.“
Unstatistik des Monats - Verkehrsstatistik
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Die Unstatistik des Monats März ist die Berichterstattung über eine kanadische Studie zu den Auswirkungen der Smartphone-Nutzung. Demnach scheint jetzt wissenschaftlich bewiesen, was mancher schon vermutete: Smartphone-Nutzung macht denkfaul. Wer häufig googelt, riskiert seine Intelligenz. Google statt Grips. Smartphone – oder eher Dummphone? Handy entmündigt. All das, so versicherten Medien – wie beispielsweise das Internetportal gesundheitsstadt-berlin.de am 10. März 2015 – hätten Forscher der Universität im kanadischen Waterloo herausgefunden. Sinkt der Intelligenzquotient also mit jeder Google-Suche? So gerne manche glauben möchten, dass das Smartphone denkfaul macht oder gar in die digitale Demenz treibt – die kanadische Studie zeigt das nicht.
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