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Randomisierter Versuch
Eine Methode zum Abschätzen des Nutzens einer Therapie, bei der die Randomisierung (zufällige Zuordnung) entscheidend ist. Die Teilnehmer an einem randomisierten Versuch werden zufällig einer Behandlung (z.B. dem Prostatakrebs-Screening) oder einer Kontrollgruppe (ohne Screening) zugeordnet. Nach einer bestimmten Zeitspanne von vielen Jahren werden die beiden Gruppen nach festgelegten Kriterien, etwa der Sterblichkeit, miteinander verglichen. Daraus wird auf die Wirksamkeit der Behandlung geschlossen. Die Randomisierung erlaubt den Ausschluss von möglichen Einflussgrößen – etwa Alter, Ausbildung und Gesundheitszustand –, die außer der Behandlung für einen beobachtbaren Unterschied der Sterblichkeit verantwortlich sein könnten. Bei randomisierten klinischen Studien folgt man dem gleichen Prinzip der zufälligen Zuweisung zu den beiden (oder mehreren) Gruppen wie beim randomisierten wissenschaftlichen Experiment. 

Relative Häufigkeit
Eine der drei wichtigen Interpretationen von Wahrscheinlichkeiten (neben dem Überzeugungsgrad und dem Design). Die Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses wird als dessen relative Häufigkeit in einer Bezugsmenge definiert. Historisch gesehen, gingen Häufigkeiten durch die Sterblichkeitsstatistiken, die wiederum die Grundlage der Berechnungen von Lebensversicherungen bildeten, in die Wahrscheinlichkeitstheorie ein. Relative Häufigkeiten sind auf wiederholte Ereignisse beschränkt, die in großer Anzahl zu beobachten sind.

Relative Risikoreduktion
Ein Maß für die Wirksamkeit einer Behandlung. Dabei wird der Anteil der Patienten angegeben, die durch diese Behandlung gerettet werden können. Ein Beispiel: Eine Therapie senkt den Anteil der an einer Krankheit Sterbenden von 6 auf 4 von 1.000. Damit beträgt die relative Risikoreduktion 2 von 6 bzw. 33 Prozent. Die relative Risikoreduktion wird häufig angegeben, weil ihr Zahlenwert größer ist als der der absoluten Risikoreduktion (diese ist im gleichen Beispiel 2 von 1.000 bzw. 0,2 Prozent). Bei der Angabe der relativen Werte bleibt unklar, wie groß das Risiko wirklich ist; das führt oft zu falschen Interpretationen oder zu Missverständnissen. Wenn beispielsweise eine Therapie die Anzahl der Todesfälle von 6 auf 4 von 10.000 (anstatt 1.000) senkt, dann ist die relative Risikoreduktion mit 33,3 Prozent dieselbe, obwohl die absolute Risikoreduktion jetzt nur noch 0,02 Prozent ist. 

Reliabilität (Zuverlässigkeit)
Ein Gütekriterium, das angibt, mit welcher Sicherheit eine Wiederholung des Tests unter anderen Bedingungen die gleichen Ergebnisse liefert, etwa bei wiederholten Messungen. Eine hohe Zuverlässigkeit ist notwendig, garantiert aber noch keine hohe Validität.

Risiko
Wenn die mit einem Ereignis oder Merkmal verknüpfte Ungewissheit auf Grund empirischer Beobachtungen oder kausalem Wissen (Design) bewertet werden kann, so nennt man sie Risiko. Häufigkeiten und Wahrscheinlichkeiten können Risiken ausdrücken. Anders als im alltäglichen Sprachgebrauch muss hier der Begriff „Risiko" nicht mit schädlichen Einwirkungen oder Konsequenzen verknüpft sein, sondern er kann sich gleichermaßen auf ein positives, ein neutrales oder ein negatives Ereignis oder Merkmal beziehen.

Schuldwahrscheinlichkeit
Ein Sachverständiger wird beispielsweise vom Gericht berufen, um aufgrund seiner Sachkunde und Erfahrung zu Tatsachen auszusagen. Dabei hat er auch die Aufgabe, aus den Fakten entsprechende Schlussfolgerungen zu ziehen, was ein gewöhnlicher Zeuge nicht darf. Beispielsweise kann der Sachverständige auch zur Zurechnungsfähigkeit des Beschuldigten, zur Beweiskraft von Indizien, zu anerkannten Behandlungsmethoden oder zur Glaubwürdigkeit von Zeugen aussagen. 

Schuldwahrscheinlichkeit
Die bedingte Wahrscheinlichkeit p(Schuld I Übereinstimmung), dass der Verdächtige schuldig ist, wenn eine bestimmte Beobachtung vorliegt, beispielsweise eine DNA-Übereinstimmung.

Screening
Die Reihenuntersuchung (auch Suchtest oder Siebtest genannt) an einer symptomfreien Population zum (Früh-) Erkennen einer bestimmten Krankheit. Man spricht von Screening auch außerhalb der Medizin, wenn etwa eine Population auf ein bestimmtes DNA-Profil untersucht wird.

Sensitivität
(wörtlich: „Empfindlichkeit"). Die Sensitivität eines Tests auf eine Krankheit ist der Anteil der positiv getesteten Personen von allen getesteten Personen, die die betreffende Krankheit haben. Die Sensitivität ist also gleich der bedingten Wahrscheinlichkeit p(positiv I krank) eines positiven Testergebnisses, wenn die Krankheit vorliegt. Sensitivität und Falsch-negativ-Rate addieren sich zu 100 Prozent. Die Sensitivität wird auch „Trefferquote" genannt.

Spezifität
(wörtlich: „Eigentümlichkeit", „Besonderheit"). Die Spezifität eines Tests auf eine Krankheit ist der Anteil der negativ getesteten Personen von allen getesteten Personen, die die betreffende Krankheit nicht haben. Die Spezifität ist also gleich der bedingten Wahrscheinlichkeit p(negativ I nicht krank) eines negativen Testergebnisses, wenn die Krankheit nicht vorliegt. Spezifität und Falsch-positiv-Rate addieren sich zu 100 Prozent.

Sterblichkeitsverminderung
Die Anzahl der geretteten Menschenleben ist ein Maß für den Nutzen einer Therapie. Die Sterblichkeitsverminderung kann auf verschiedene Weise dargestellt werden, darunter als relative Risikoreduktion, als absolute Risikoreduktion oder als erhöhte Lebenserwartung.

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