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Grundanteil
Der Grundanteil einer Eigenschaft (oder eines Ereignisses) in einer Menge oder Population ist der Anteil der Mitglieder dieser Menge, die (zu einem bestimmten Zeitpunkt) diese Eigenschaft aufweisen oder bei denen das Ereignis eingetreten ist. Ein Synonym für Grundanteil ist Prävalenz.

Gütebewertung
Eine Methode, um die Genauigkeit eines Verfahrens einzuschätzen, etwa eines medizinischen Tests oder eines DNA-Vergleichs. Beispielsweise wird eine Anzahl von DNA-haltigen Proben an viele Labors geschickt, die dann unabhängig voneinander feststellen, ob einige Proben – und wenn ja, welche – übereinstimmende DNA-Profile aufweisen. Aus den Ergebnissen einer solchen Überprüfung kann man auf die Falsch-negativ-Rate und auf die Falsch-positiv-Rate des Verfahrens schließen, außerdem auf die Qualität der einzelnen Labors. Gütebewertungen können „blind" durchgeführt werden (d.h., die Mitarbeiter des Labors wissen nicht, dass sie geprüft werden) oder „nicht-blind" (dann ist ihnen das bekannt). Solche Bewertungen können intern oder extern vorgenommen werden (d.h., die Proben werden nur im eigenen Labor oder nur in fremden Labors untersucht).

Häufigkeit
Die Häufigkeit gibt an, wie oft ein bestimmtes Merkmal in einer Menge von Personen oder Ereignissen auftritt. Eine Häufigkeit kann als relative Häufigkeit, absolute Häufigkeit oder natürliche Häufigkeit angegeben werden.

Illusion der Gewissheit
Der Glaube, dass ein Ereignis völlig gewiss ist, obwohl dies nicht unbedingt der Fall sein muss. Viele Menschen glauben, dass die Ergebnisse moderner Verfahren oder Geräte fehlerfrei sind, seien dies HIV-Tests, DNA-Vergleiche, Fingerabdruckvergleiche, medizinische Tests oder auch nur die Zählmaschinen, mit denen Wahlergebnisse ermittelt werden. Die Illusion der Gewissheit kann nützlich sein, weil sie beruhigt. Sie kann aber auch das Gegenteil bewirken, etwa wenn ein falsch-positiver HIV-Test zum Selbstmord des in Wahrheit gar nicht Infizierten führt. Im Zusammenhang mit moralischen, religiösen oder politischen Wertvorstellungen kann die Illusion der Gewissheit sogar gefordert sein, damit man von bestimmten gesellschaftlichen Gruppen akzeptiert wird.

Indifferenzprinzip
Wenn keine A-priori-Wahrscheinlichkeit oder Grundrate bekannt ist, kann das Indifferenzprinzip zu Hilfe genommen werden. Im einfachsten Fall, dem mit zwei Alternativen, weist dieses Prinzip jeder Alternative eine gleich hohe A-priori-Wahrscheinlichkeit (also von ½) zu. Bei drei Alternativen sind die A-priori-Wahrscheinlichkeiten gleich 1/3 und so weiter.

Informierte Entscheidung
Der Idealfall, dass der Patient über das Für und Wider einer Untersuchung oder Therapie und ihrer Alternativen informiert ist und auf dieser Grundlage entscheidet, ob er sie durchführen lässt. Derzeit ist dieser Idealfall noch nicht allgemein gegeben, zum Teil, weil Patienten umsorgt anstatt informiert werden wollen, zum Teil, weil Ärzte lieber allein entscheiden, wie sie vorgehen wollen.

Inzidenzrate
Der Anteil der Individuen in einer Population, bei denen das betreffende Merkmal innerhalb eines bestimmten Zeitraums auftritt. Davon unterscheidet sich der Grundanteil, der den Prozentsatz von Individuen angibt, die zu einem bestimmten Zeitpunkt das betreffende Merkmal aufweisen. So ist der Prozentsatz aller 50-jährigen Männer mit Prostatakrebs ein Grundanteil. Der Anteil der Männer, die im Alter von 50 bis 60 Jahren an Prostatakrebs erkranken, ist dagegen eine Inzidenzrate.

Lebenserwartung
Hier gibt es zwei Definitionen: (1) Die durchschnittliche Anzahl von Lebensjahren, die ein Neugeborenes zu erwarten hat. (2) Die durchschnittliche Anzahl von Lebensjahren, die einem Menschen mit bestimmtem Alter noch verbleibt.

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